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    Beruf, Ressourcen

    Chronisch überarbeitet? Wie erkenne ich es und welche Wege führen heraus?

    "Dieses Projekt muss ich unbedingt heute noch fertigstellen, sonst können wir den Zeitplan nicht einhalten.", "Wenn ich jetzt eine Pause mache, fällt es den anderen negativ auf.", "Ich bin erst mit mir zufrieden, wenn ich alle Punkte auf meiner To-Do-Liste abhaken kann." Wer kennt nicht vergleichbare Situationen, in denen man gestresst ist, die Arbeitsbelastung steigt und wir länger und härter arbeiten, als es uns eigentlich guttut. Temporär kann es sogar erfüllend sein, wenn wir herausgefordert sind und viel leisten. Wenn die Arbeitsbelastung jedoch anhält, wir nie mit uns selbst zufrieden sind und wir zu allen Aufgaben Ja sagen, wird es langfristig schädlich für uns.

    Was sind die Anzeichen von Überarbeitung? Müdigkeit, Erschöpfung, vielleicht sogar Antriebslosigkeit - das sind Anzeichen, die auf ein Zuviel hindeuten, an denen wir ganz klar bemerken, dass wir über unsere Grenzen hinausgegangen sind. Spätestens jetzt wäre es Zeit für Erholung wie eine Pause oder Schlaf, damit wir wieder leistungsfähig sind. Tatsächlich aber versuchen viele Menschen bei diesen Anzeichen, eher noch mehr zu leisten und arbeiten durch oder verlängern den Arbeitstag in der guten Absicht, dann mehr zu schaffen oder weil sie sich und ihre Arbeit erst dann anerkennen können. Das Gegenteil ist jedoch der Fall: Wer immer noch eine Schippe drauflegt, erschöpft sich und seine Kreativität und Produktivität.

    Überarbeitung kann deutliche körperliche und seelische Auswirkungen haben: Eine UN-Studie hat gezeigt, dass Menschen, die mehr als 55 Stunden pro Woche arbeiten, ein deutlich erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben. Nebenwirkungen können verminderter Schlaf, Bewegungsmangel und zu viel Stress sein. Ebenso können Kopf- oder Rückenschmerzen auftreten. Wir fühlen uns insgesamt kraftlos und es fehlt uns an Energie. Auf der seelischen Ebene sind mögliche Folgen: Gereiztheit, Nervosität oder auch negative Gedanken. Überarbeitung kann darüber hinaus zu Ängsten und Schlafstörungen führen - und dazu, dass das Risiko für eine Depression oder Burnout steigt.

    Woran erkenne ich, ob ich überarbeitet bin?

    Schon bevor es zu den oben genannten Folgen kommt, kann jede*r für sich selbst untersuchen, ob es Anzeichen für eine Überarbeitung gibt, die schädlich sein kann. Je eher wir bemerken, dass wir überlastet und erschöpft sind, desto leichter können wir gegensteuern. Was uns auffallen kann:

    - Wir finden keinen wirklichen Abstand mehr. Der Klassiker: Wir nehmen die Arbeit mit nach Hause - sei es, weil wir viele Überstunden machen und tatsächlich abends oder am Wochenende noch arbeiten, oder weil wir auch nach Feierabend weiter über die Probleme im Job nachdenken und nicht zur Ruhe kommen.

    - Wir sind häufig krank. Stress und Erschöpfung erhöhen auch die Anfälligkeit für Infekte und Magen-Darm-Probleme. Ebenso können Kopfschmerzen und Migräne durch Überarbeitung entstehen. Gibt dir dein Körper Zeichen, dass du zu lange über deine Grenzen hinausgegangen bist?

    - Wir funktionieren nur noch. Bei der Arbeit geht es uns darum, zu funktionieren; wir achten (zu) wenig auf unsere Bedürfnisse, sondern wollen möglichst immer abliefern und unterdrücken, wie es uns damit geht. Ein Gefühl der Freude über die Arbeit geht dabei verloren.

    - Starke Unzufriedenheit mit sich selbst. Wir glauben, erst dann wirklich mit uns zufrieden sein zu können, wenn wir xy geleistet haben - wobei die inneren Ansprüche hoch sind und der Zustand der (Selbst-)Zufriedenheit auch dann nur schwer zu erreichen ist, wenn wir alle To-Dos erledigt haben.

    - Müdigkeit. Müdigkeit kann eine Folge von Schlafproblemen sein. Überarbeitete Menschen fühlen sich aber auch dann noch müde und erschöpft, nachdem sie acht Stunden geschlafen haben... Häufig nehmen sie sich keine Zeit für eine längere Erholungspause am Wochenende oder im Urlaub.

    - Rückzug. Neben der Arbeit bist du zu erschöpft für Hobbies oder Treffen mit deinen Freunden. Dein Sozialleben leidet unter deinem Arbeitspensum und du hast schlicht keine Energie, um in deiner Freizeit etwas zu unternehmen. Auch die Partnerschaft kann darunter leiden.

    Was kann ich tun, wenn ich völlig überarbeitet bin?

    Wenn du merkst, dass du bereits überarbeitet bist und schon mehrere körperliche und/oder seelische Symptome hast, ist es wahrscheinlich ein guter erster Schritt, dich krankschreiben zu lassen oder eine Urlaubspause einzulegen. Es braucht eine Erholungsphase, um deine Batterien aufzuladen und Abstand zur Arbeit zu gewinnen. Häufig braucht es auch Zeit, um die Belastung klarer zu sehen und einschätzen zu können. Was du langfristig tun kannst, um dich nicht weiter zu überarbeiten:

    1. Darüber sprechen. Wenn du nur noch funktionierst und nicht weißt, wie du an der Situation etwas ändern sollst, hilft es, wenn du mit jemandem darüber sprichst. Es können der*die Partnerin, ein*e Freund*in oder auch ein*in Therapeut*in sein - wichtig ist, dass du der Person vertraust. Darüber zu sprechen wirkt entlastend und Außenstehenden fällt es oft leichter, die Situation einzuschätzen. Ihr könnt gemeinsam überlegen, was dir am besten weiterhilft.

    2. Grenzen setzen. Du kannst lernen, bei der Arbeit mehr auf deine Grenzen zu achten. Das kann zum Beispiel bedeuten, dass du pünktlich Feierabend machst, auch wenn noch nicht alle Aufgaben erledigt sind, oder dass du bei der Verteilung der Aufgaben stärker darauf achtest, wie viel du übernimmst. Auch regelmäßige Pausen gehören dazu. Erinnere dich selbst daran, dass mehr arbeiten nicht mehr Ergebnis bedeutet.

    3. Nein sagen kultivieren. Häufig haben wir nicht gelernt, unsere*n Kolleg*innen oder Vorgesetzten gegenüber Nein zu sagen. In der Praxis höre ich häufiger die Befürchtung, dass man dann als unprofessionell gilt oder die Anerkennung der anderen Person verliert. Das Gegenteil ist der Fall. Eine gute Einschätzung des Arbeitsaufwands und klar auszusprechen, was man übernehmen möchte und was nicht, sind viel professioneller als sich wiederholt zu viel aufzuladen und fleißig Überstunden zu machen.

    4. Prioritäten setzen. Im Beruf bedeutet es, nicht einfach drauflos zu arbeiten, sondern immer wieder (vielleicht jeden Morgen) zu überlegen, was Priorität hat. Das gibt dir einen roten Faden für den Arbeitstag. Lerne zu akzeptieren, dass nicht immer alle Aufgaben erledigt werden können, aber konzentriere dich darauf, die wichtigen Dinge weiterzuentwickeln. Prioritäten zu setzen kann auch bedeuten, die Arbeit nicht immer an die erste Stelle zu setzen, sondern noch Zeit und Energie für dein Privatleben einzuplanen

    5. Realistisch planen. Nimm dir etwas Zeit für eine realistische Planung. Versuche nicht, eine Aufgabe, für die es zwei Tage braucht, an einem Tag zu erledigen... Wenn dein Tag zu vollgepackt ist, führt es häufig dazu, dass du dich selbst blockierst und frustriert bist. Versuche dich dabei nicht mit andern zu vergleichen. So schützt du dich davor, dir zu viel vorzunehmen und dich dadurch als mangelhaft und ungenügend wahrzunehmen.

    6. Du bist genug. Unvollkommenheit kultivieren. Vielleicht der wichtigste Aspekt. Überprüfe, was du selbst von dir denkst und ob du dich selbst als mangelhaft bewertest. Lerne, dich selbst freundlich zu betrachten und dir deines Werts bewusst zu sein. Du bist genug! Du bist ok, auch wenn nicht alle Aufgaben erledigt wurden. / Du bist ok, auch wenn nicht alles perfekt war. / Du bist ok, auch wenn es noch nicht deinen Vorstellungen entspricht.

    7. Freude kultivieren. Nimm dir Zeit für das, was dir Freude macht. Liebst du es, beim Backen neue Rezepte auszuprobieren? Dich mit Freunden zu treffen? Auf Konzerte zu gehen? ... Um Abstand zum Arbeitsalltag zu gewinnen und auch um deine Energie zu erhalten, hilft es, wenn du dir auch erlaubst, Freude in deinem Leben zu kultivieren.

    Was ist dein liebstes Gegengewicht bei zu viel Arbeit? Ich wünsche dir viele gute Ideen, Freude bei der Umsetzung und eine gute Balance in der Arbeit und im Privatleben.

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    Beruf, Kommunikation, Methoden

    Was ist eigentlich… Storytelling?

    Vor Kurzem habe ich an einem Seminar zum Thema Business Storytelling teilgenommen, das mir Lust gemacht hat, mich mehr damit zu befassen und auch mehr persönliche Geschichten zu erzählen. Vielleicht kennen Sie Storytelling bislang hauptsächlich aus dem Bereich Selbst- und Unternehmensmarketing; es ist jedoch ein Mittel, das sehr vielseitig ist und für die berufliche ebenso wie für die persönliche Weiterentwicklung eingesetzt werden kann. Die besondere Wirkung liegt darin, die eigene Geschichte authentisch und kraftvoll zu erzählen.

    Was ist Storytelling?

    1. Das Monster überwinden (Sieg über einen finsteren Gegenspieler)
    2. Vom Tellerwäscher zum Millionär (oder vom Aschenputtel zur Königin)
    3. Die Suche (z.B. der Herr der Ringe)
    4. Reise und Rückkehr (Reise ins Abenteuer und glückliche Wiederkehr)
    5. Komödie (z.B. Shakespeare)
    6. Tragödie (Kein Erfolg ohne Scheitern)
    7. Comeback (Rückkehr nach erlebter Niederlage)
    • Superkräfte hätte
    • in einem Hollywood-Liebesfilm mitspielen würde?
    • Tatort-Kommissar(in) wäre?
    • ein Held/eine Heldin Ihrer Kindheit wäre (z.B. Pippi Langstrumpf, Batman)
    • einer/eine Ihrer Lieblingsfilmfiguren (-romanfiguren) wäre?
    • Thomas Pyczak, Tell me! Wie Sie mit Storytelling überzeugen, Bonn 2017.
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    Beruf, Gelassenheit, Methoden

    11 Impulse für einen gelassenen Umgang mit Stress

    Gerade am Jahresende wünschen sich viele Menschen einen entspannteren Umgang mit Stress. Projekte müssen noch in diesem Jahr fertiggestellt werden, der Jahresabschluss ist zu machen und das Weihnachtsfest mit der Familie rückt bedrohlich näher… Über allem scheint der kollektive Glaubenssatz zu schweben, dass das Jahresende besonders dicht und stressig sein muss. Mit Sicherheit gibt es in dieser wie auch zu anderen Zeiten Dinge, die erledigt werden müssen und die nicht aufgeschoben werden können – dennoch kann man sich auch bewusst dafür entscheiden, wie man damit umgehen will, und selbst kleine Impulse dafür setzen, mehr Gelassenheit und Entspannung im Alltag zu kultivieren.

    Wie kann das gehen? Jeder kann langfristig etwas dafür tun, um gelassener und sicher im Umgang mit Stress zu werden. Mehr darüber wie Stress entsteht und welche Hauptfelder es bei der Stressbewältigung gibt, lesen Sie in einem früheren Beitrag. Ebenso wertvoll und wirksam sind jedoch auch die kleinen Schritte, die wir in den Alltag einbauen und mit denen wir selbst auf einfache Weise dafür sorgen können, dass wir uns wohler fühlen.

    Eine Auswahl wirkungsvoller Möglichkeiten, die uns dafür zur Verfügung stehen, ist:

    1. Der Klassiker: Die eigene Atmung wahrnehmen. Im Lauf des Tages nehmen wir unsere Atmung meist gar nicht wahr und sind mit unserer Aufmerksamkeit bei tausend anderen Dingen, statt bei uns selbst und unserem Wohlbefinden. Wenn wir die Aufmerksamkeit auf unseren Atem lenken (nichts verändern, nur wahrnehmen), halten wir inne und kommen automatisch ein bisschen mehr bei uns an.

    Wir können auch bewusst auf die Ausatmung achten. Es geht nicht darum, sie willentlich zu verstärken, es genügt, wenn wir die Ausatmung bewusst gehen lassen. Die nächste Einatmung kommt dann leichter von selbst und wir entspannen tiefer.

    2. Prioritäten setzen. Gerade wenn es hektisch wird, ist es manchmal schwer sich auf eine Sache zu konzentrieren und wir haben das Gefühl, alles auf einmal erledigen zu müssen. Dann hilft es, wenn wir vorab unsere Prioritäten geklärt haben. Ich mache mir zum Beispiel oft morgens eine Liste mit meinen drei Prioritäten für den Tag. Dabei kläre ich ganz oft, welche Aufgabe mir heute am wichtigsten ist (Priorität 1), welcher Termin für mich am wichtigsten ist (2) und was ich mir vornehme, damit ich mich wohlfühle und der Tag für mich gut läuft (3).

    3. Einen Zeitrahmen festlegen. Ein kluger Mensch, der Soziologe C. Northcote Parkinson hat Folgendes festgestellt: „Arbeit dehnt sich genau in dem Maß aus, wie Zeit für ihre Erledigung zur Verfügung steht.“ Das bedeutet umgekehrt, dass es sinnvoll ist, wenn wir uns im Vorfeld überlegen, wie viel Zeit wir einer Aufgabe zur Verfügung stellen wollen – und uns dann daran zu halten. Ohne sich einen realistischen Zeitrahmen zu setzen, passiert es oft, dass sich die Arbeit gefühlt unendlich ausdehnt. :-) Wenn wir vorab einen Zeitraum dafür bestimmen, richten wir uns klarer darauf aus und erhöhen die Wahrscheinlichkeit, die Aufgabe in dieser Zeit fertigzustellen. Egal, wie weit Sie in dem gewählten Zeitraum gekommen sind, halten Sie sich an Ihre eigene Vorgabe und setzen Sie für heute einen Schlusspunkt bei der Aufgabe.

    4. Damit sind wir bereits beim nächsten wichtigen Punkt: Die Perfektionismus-Falle umgehen. Häufig entsteht Stress auch dadurch, dass wir eine Aufgabe so lange bearbeiten, bis sie unseren perfektionistischen Ansprüchen zu genügen scheint. Bei anderen sind wir dagegen meistens viel unkritischer und beurteilen das Ergebnis ihrer Arbeit viel milder/wohlwollender. Da hilft nur eins: der Mut zur Unvollkommenheit! Trauen Sie sich, eine Aufgabe für beendet zu erklären, auch wenn sie für Ihren kritischen Blick noch ein paar Ecken und Kanten hat. Sagen Sie sich, dass es wichtiger ist, eine Aufgabe zu Ende zu bringen und dass Sie das für sich tun, statt die Aufgabe bis ins kleinste Detail perfekt zu erledigen.

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    Beruf, Gelassenheit, Methoden

    Die Kunst des Netzwerkens – Was ist ein Erfolgsteam?

    In Coachings und Seminaren erlebe ich immer wieder ein großes Interesse an der Idee des Erfolgsteams. Damit wir unsere Ziele erreichen, kann es ungeheuer kraftvoll sein, sich ein System gegenseitiger Unterstützung aufzubauen. Sich mit anderen zu einem Erfolgsteam zusammenzuschließen, bringt oft die entscheidende Ressourcen, Ideen und die nötige Portion Motivation, um das eigene Vorhaben tatsächlich und effizient in die Tat umzusetzen. Entwickelt wurde die Idee in den 1970er Jahren von der US-amerikanischen Karriereberaterin und Autorin Barbara Sher.

    Was bedeutet die Idee des Erfolgsteams?

    Einfach gesagt: Zwei Personen (bis maximal sechs) setzten sich das gemeinsame Ziel, ihre jeweiligen Wunschziele zu erreichen und sich dabei gegenseitig systematisch zu unterstützen. Wir alle haben schon die Erfahrung gemacht, dass es sehr viel leichter ist, Vertrauen, Mut und gute Ideen für jemand anderen zu haben, als für sich selbst. Genau von diesem Grundprinzip geht ein Erfolgsteam aus. Außerdem werden im Team wertvolle Ressourcen ausgetauscht: Jeweils ein Teampartner liefert dem anderen Kreativität, Ideen, Wissen und Informationen und ermutigt ihn, an seinen Zielen dranzubleiben.

    Auch wenn Erfolgsteams oft im beruflichen Kontext vorkommen, eignen sie sich genauso gut für private Lebensziele: also für das Voranbringen der beruflichen Selbständigkeit oder das Erreichen der nächsten Karriereschritte ebenso wie für das Ziel, das eigene Stresslevel zu senken und mehr Gelassenheit zu kultivieren oder eine private Beziehung zu verbessern. Der Schlüssel liegt dabei im guten gegenseitigen Kontakt – Erfolgsteams sind im Grunde eine der kleinsten, hocheffektiven Formen des Netzwerkens.

    Was sind notwendige Voraussetzungen?

    Ein geeigneter Partner für ein Erfolgsteam kann eine Freundin oder ein Freund sein, aber auch ein Bekannter, Nachbar oder… In erster Linie handelt es sich um eine Aktionsbündnis, bei dem die beteiligten Personen sich verpflichten, sich gegenseitig dabei zu helfen, ihre Ziele zu erreichen – daraus kann eine Freundschaft entstehen, muss aber nicht. Eine gute Grundlage für das Team besteht, wenn die Partner die gleichen Werte schätzen und sie die Ideen und die Ziele des anderen gut finden. Die jeweiligen Ziele, die die Beteiligten sich vornehmen, müssen dabei nicht identisch sein! Außerdem sollten die Teampartner auf Augenhöhe miteinander sein. Jemand, der in seiner Karriere bereits sehr viel weiter ist, oder der angibt, selbst nie mit Problemen und Hindernissen zu kämpfen zu haben, eignet sich eher weniger.

    Wie kann ein Erfolgsteam organisiert werden?

    Die Teampartner verpflichten sich zu gegenseitigem Engagement, Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit – dazu gehören auch regelmäßige und strukturierte Treffen. Der Wunsch, sich hin und wieder für einen Austausch zu treffen, reicht dafür nicht aus (auch wenn das sicher bereichernd für eine Freundschaft sein kann). Für ein Erfolgsteam sollten dagegen regelmäßige Treffen festgelegt werden, zum Beispiel einmal wöchentlich eine Stunde oder alle zwei Wochen dienstagabends. Beim Gründungstreffen sollten die Ziele der Partner (ein Ziel pro Person ist erfolgversprechender als zehn Ziele), die Zeitdauer bis zum Erreichen des Ziels und wichtige Zwischenstationen festgelegt werden. Die Arbeitstreffen sind zielorientierte Strategiesitzungen, keine Jammer-Gruppen und keine Freizeit-Treffen. 😉 Eine gute Struktur kann vielmehr sein, dass eine Person 5 Min. lang über den Stand der Aktivitäten berichtet (was wurde erfolgreich umgesetzt, welche Schritte wurden noch nicht erreicht?), dann werden in 15-20 Min. Herausforderungen und Lösungen besprochen und in weiteren 5 Min. das nächste Vorgehen geplant. Anschließend ist der zweite Partner an der Reihe. Wichtig ist vor allem, konkrete Handlungsschritte festzulegen, die in der Zeit nach dem Treffen umgesetzt werden sollen.

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    Beruf, Methoden

    Sich wirkungsvolle Ziele setzen

    Vielleicht kennen Sie das: Im Prinzip wissen Sie, welches Ziel Sie verwirklichen möchten, aber Ihr Ziel ist so groß formuliert, dass es unerreichbar zu sein scheint. Oder in Ihrer Vorstellung ist es wunderschön und traumhaft, die Realität ist dagegen diffus und die Schritte dorhin sind unklar.

    Sie möchten zum Beispiel beruflich aufsteigen, machen dieses Ziel aber nach außen hin nicht genügend sichtbar; Sie möchten ein selbständiges Projekt verwirklichen, bleiben aber in der Planungsphase stecken; oder Sie möchten einen neuen Partner finden, aber die Suche erweist sich als schwieriger als gedacht.

    Sich ein Ziel zu setzen schärft bereits Ihre Wahrnehmung und richtet sie auf das, was Sie erreichen möchten: Allein die Formulierung eines Ziels lenkt Ihre Sinne unbewusst auf die Möglichkeiten in Ihrer Umgebung, wie zum Beispiel auf berufliche Gesprächssituationen, die Sie weiterbringen, oder auf Menschen, die Sie vorher nicht wahrgenommen haben.

    Damit Sie Ihr Ziel leichter erreichen, ist es wichtig, es möglichst genau zu formulieren – eine wirkungsvolle Methode bietet dafür das SMART-Modell:

    S – Ihr Ziel sollte spezifisch sein und Sie sollten die Veränderung selbst bewirken können. Das bedeutet zum Beispiel statt: „Ich möchte mehr Sport machen.“ lieber: „Ab heute gehe ich zweimal pro Woche Laufen und steigere mein Pensum allmählich, bis ich eine halbe Stunde durchlaufen kann.“

    M – Das Ziel sollte messbar sein, damit Sie überprüfen können, was Sie am Ende erreicht haben, also zum Beispiel statt: „Ich möchte ein Buch schreiben.“ besser: „Ab heute reserviere ich jeden Tag zwei Stunden zum Schreiben und verfasse mindestens eine halbe Seite.“

    A – Das Ziel sollte für Sie selbst attraktiv sein. Wenn Sie sich zum Beispiel Ihrem Partner zuliebe auf eine höhere Position bewerben, obwohl Sie in Wirklichkeit in Ihrem aktuellen Job zufrieden sind und gar nicht wechseln möchten, wird das auch Ihre Erfolgsaussichten beeinflussen.

    R – Ihr Ziel sollte realistisch und für Sie selbst erreichbar sein. Statt: „In vier Wochen habe ich das Projekt fertiggestellt.“ besser: „Bis zum 30.11.2016 habe ich die Grundlagen für das Projekt fertiggestellt.“ Dieser Punkt hängt eng mit dem nächsten zusammen.

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