Logo
Logo
Du möchtest mehr über meine Angebote erfahren oder einen Termin für ein kostenloses Erstgespräch vereinbaren? Ich freue mich auf deine Nachricht!




    Deine Daten werden vertraulich behandelt und dienen lediglich der Kontaktaufnahme durch mich. Hinweise zum Datenschutz und Haftungsausschluss findest du in meinem Impressum.

    Methoden, Selbstvertrauen
    Vermeidungsdenken überwinden
    Blog main image

    Es gibt Momente, da erscheinen die vor uns liegenden Aufgaben einfach überwältigend. Wir möchten gern ins Handeln kommen und etwas bewirken, aber fühlen uns überwältigt von den Anforderungen. Sei es, dass wir mehr Sport machen wollen, den Job wechseln, uns politisch engagieren wollen oder einfach unseren Alltag besser bewältigen möchten; in dem Moment, wo wir beginnen, darüber nachzudenken, kann es sich einfach zu groß für uns anfühlen und es bleibt bei dem schlichten Wunsch nach einer Veränderung.

    Es wäre wahrscheinlich auch die pure Überforderung, wenn wir uns zu jeder Zeit selbst optimieren wollten und die Umsetzung unserer Wünsche und Ansprüche an uns selbst jederzeit der Maßstab unseres Erfolgs sind. Schwierig wird es für uns nur dann, wenn wir die Verwirklichung unserer Ziele immer wieder hinausschieben und in einem blockierten Zustand verharren. Gedanklich wird dann die Hürde, die uns vom Handeln und vom Erreichen der von uns gewünschten Zielen trennt, immer größer. Das ist eine Gefahr von Vermeidungsverhalten.

    Typisch dafür sind Wenn-Dann-Überzeugungen sowie die folgenden Vermeidungsgedanken: "Erst wenn ich x erreicht habe (ein*e Partner*in gefunden habe, einen neuen Job habe etc.), dann werde ich glücklich sein." / "Erst wenn mein Leidensdruck hoch genug ist, kann oder werde ich etwas ändern." / "Ich bin zu schwach (zu klein, zu hilflos), um meine Ziele zu erreichen." / "Erst wenn ich stark (groß, mutig, selbstbewusst etc.) genug bin, kann ich etwas bewegen."

    Wenn wir bei diesen Überzeugungen bleiben und weiterhin vermeiden, werden wir unbewusst selbst dafür sorgen, dass keine Veränderung eintritt, und Beweise dafür sammeln, dass die Überzeugungen stimmen und wir keinen Einfluss darauf haben, wie sich unser Leben und die Welt um uns entwickelt. Das ist ein Kreislauf bzw. eine Gedankenschleife, die uns zwar in Sicherheit hält und bei der wir weiteren Überforderungen aus dem Weg gehen, die aber ebenso verhindert, dass wir neue Erfahrungen machen und sehr wohl durch unser Handeln etwas bewirken können.

    Wie können dieser Kreislauf und das Vermeidungsdenken überwunden werden?

    Der erste Schritt ist sicher, uns einzugestehen, dass wir Vermeidungsgedanken haben und dass wir, obwohl wir uns Veränderungen wünschen, ebenso Angst vor den Konsequenzen haben (vor Überforderung, vor dem Scheitern, vor Verantwortung etc.). Dann können wir uns neu entscheiden, ob das für uns ok ist und wir diese Sicherheit vorziehen oder ob wir unsere Komfortzone verlassen wollen. Hilfreiche Schritte dazu sind:

    1. Das Wenn-dann-Denken hinterfragen: Wenn wir beobachten, dass wir das Erreichen unserer Ziele und unser Glück an Bedingungen knüpfen ("Wenn ich x erreicht habe, bin ich endlich glücklich" o.ä.), sollten wir uns fragen, ob es tatsächlich stimmt, dass äußere Faktoren (Partner*in, Job, andere Stadt), aber auch ein bestimmter innerer Zustand (mutig genug, frisch genug u.a.) dazu führt, dass unser Leben endlich glücklich und erfüllt ist. Meist erleben wir es, dass das Erreichen des Ziels nicht automatisch mit einem Glückszustand gekoppelt ist, sondern auch neue Fragen und Anforderungen aufwirft. Und wir müssen auch nicht erst vollkommen und genug sein (Wer definiert das?), um Glück zu erfahren, eine neue Liebe zu erleben, Freund*innen einzuladen oder uns für eine neue Stelle zu bewerben. Denn wenn wir uns davon leiten lassen, ist die Gefahr groß, dass wir uns selbst in einen Wartezustand versetzen.

    2. Die Warteposition verlassen: Wenn wir häufig oder über längere Zeit in Bereichen unseres Lebens unzufrieden sind, aber nicht ins Handeln kommen, kann es sein, dass wir uns selbst in eine Warteposition manövriert haben. Es spricht nichts dagegen, sondern ist absolut wünschenswert, wenn wir in unserem eigenen Tempo vorgehen und unsere Angelegenheit regeln und Ziele anstreben, aber wir gehen in eine Falle, wenn wir erwarten, dass sich die Dinge von außen regeln müssen oder andere Menschen es für uns erledigen. Vielleicht ist es gut zu unterscheiden, was wir selbst tun können und was wir nicht beeinflussen können. Aber die Aufgabe, uns um den ersten Teil (das, was in unserer Verantwortung liegt) zu kümmern, können wir nicht an andere abgeben - sonst warten wir eventuell für sehr lange Zeit.

    3. Das Modell der drei Zonen: Ich mag sehr das Modell der drei Lernzonen, das ich in meiner Praxis oft mit drei konzentrischen Kreisen verdeutliche: Der innerste Kreis steht für unsere Komfortzone, in der wir uns sicher und wohl fühlen. Jeder Mensch braucht eine Komfortzone, in die er sich von Zeit zu Zeit zurückziehen kann. Wollen wir uns jedoch weiterentwickeln oder etwas Neues in unserem Leben erreichen, müssen wir diese Zone verlassen und Schritte machen in den nächsten Kreis - die "Lernzone". Hier machen wir neue Erfahrungen, lernen hinzu und wachsen ein Stück über uns hinaus, bis sich das Neue für uns wieder wie eine Komfortzone anfühlt. Die nächstgrößere Zone ist der Bereich der Überforderung. Es ist nicht sinnvoll, sich zu lange hier aufzuhalten, da es unser Lernen und unser Wachstum eher hindert. Andererseits gehört es zum Lernen und Erfahrungen sammeln dazu, ab und zu auch eine Überforderung zu erleben.

    4. Kleine Schritte würdigen: Das Modell der drei Zonen verdeutlicht auch, dass es nicht hilfreich ist, wenn unsere Schritte zu groß sind oder anders gesagt, wenn wir unsere Ziele zu weit stecken. Wir haben oft die Erwartung an uns, dass die Veränderung sehr groß sein muss, um das gewünschte Ziel zu erreichen. Also zum Beispiel, dass wir mit uns unzufrieden sind, wenn wir nicht gleich einen Halbmarathon laufen, zwei Wochen nachdem wir das Joggen angefangen haben, oder dass wir uns vor dem Bewerbungsmarathon fürchten, wenn wir uns beruflich verändern wollen, statt damit zu beginnen, zunächst den CV zu überarbeiten... Dabei führen viele kleine Schritte oft zu sehr viel mehr Ergebnis, als ein radikaler Schritt; und wenn wir die Schritte kleiner wählen, bekommen wir auch wieder ein Gefühl dafür, Einfluss nehmen zu können.

    5. Sich so akzeptieren, wie man ist: Wir vergleichen uns mit anderen, die vermeintlich ihr Leben spielend meistern oder viele Erfolge erreicht haben, und vergessen, dass auch sie einen Weg gegangen sind, der bestimmt nicht nur linear verlief. Im besten Fall messen wir uns an uns selbst und unserer Entwicklung und können wahrnehmen, was wir in unserem Leben schon gemeistert haben. Uns selbst so zu akzeptieren, wie wir sind, und uns wertzuschätzen bedeutet nicht, uns auszuruhen und uns in vergangenen Erfolgen zu sonnen - sondern setzt auch wieder Energie frei. Wir können uns darin üben, einzuschätzen, wie viel gerade möglich ist, und genau so viel einzusetzen - und das als Erfolg/genug wahrzunehmen. Uns an Tagen, an denen wir scheinbar nichts leisten oder wenig aktiv sind, genauso zu mögen, wie an Tagen, an denen wir viel tun, führt zu Zufriedenheit.

    Ich wünsche dir viel Erfolg beim Erreichen Deiner Ziele und Wünsche, und den Mut, die Dinge anzugehen, die dir wichtig sind!

    22. April 2026
    BEITRÄGE < VORHERIGER

    Hallo!

    Du möchtest die Wilde Seele abonnieren?

    Hier kannst du dich eintragen: